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Donnerstag, 29. November 2012
Supraleitender Eiffelturm
Auch in Frankreich gibt es Physiker, die sich dafür engagieren, dass die Physik ein wenig mehr Beachtung in der Öffentlichkeit findet. Unter ihnen ist ein Kollege, der bei Aktionen einer Vereinigung mitmacht, die Schauvorlesungen und ähnliche Veranstaltungen durchführt, bei denen Schülern die Physik schmackhaft gemacht wird. Diese Leute betreiben auch die Seite vulgarisation.fr (englische Version). Auf dieser Seite gibt es Berichte über einige spektakuläre Aktionen, unter anderem über einen schwebend konstruierten supraleitenden Eiffelturm und den wollte ich hier unbedingt mal erwähnt haben.
Dienstag, 20. März 2012
Bordeaux
Ich war gerade für anderthalb Tage dienstlich in Bordeaux. Da die Zugfahrt von dreieinhalb Stunden für meine Kollegen viiiiel zu lang war, sind wir geflogen. Es gab viel mit den Leuten vor Ort zu besprechen, weshalb nicht viel Freizeit blieb. Dennoch sind wir gestern Abend, also zwei Kollegen und ich, noch ein wenig die Innenstadt erkunden gewesen, einschließlich eines netten Restaurantbesuchs. Obwohl sie im Inland liegt, herrscht in der Stadt ein maritimes Flair, weil sie durch einen sehr breiten Fluss - die Garonne - mit dem Meer verbunden ist und hier früher einer der größten Häfen Frankreichs lag. Die Architektur der Stadt ist pompös und lässt auf ihren Reichtum, besonders in vergangenen Zeiten, schließen. Die Grundlage dieses Reichtums bildete früher der Handel, insbesondere mit Wein und Sklaven. Am meisten in Erinnerung wird mir wohl der trockene Satz einer Kollegin bleiben, ein Teil ihrer Familiengeschichte sei hier geschrieben worden. Sie wurde auf Martinique geboren und hat afrikanische Vorfahren.
Freitag, 6. Januar 2012
Dreikönigslauf
In der Kantine gab es heute Galette. Und damit ist nicht etwa eine Crêpe salée aus der Bretagne gemeint, sondern eine Galette des Rois - der Dreikönigskuchen. Davon wurde mir schon einige Tage vorgeschwärmt, das sei ganz traditionell und Kinder hätten immer sehr viel Spaß damit. Da wird nämlich immer eine Porzellanfigur hineingebacken und wer die in seinem Stück findet, der wird für den ganzen Tag zum König gekrönt.
Kinder waren bei uns in der Kantine ja nicht zu erwarten. Außerdem schien die Sonne und ich fühlte mich an die guten Vorsätze von vor 6 Tagen erinnert. Also habe ich zusammen mit zwei Kollegen die Mittagspause für den ersten Lauf des Jahres genutzt. Natürlich sind wir gentiment und court gelaufen, weil wir uns ja alle schon ewig nicht mehr bewegt hatten. Also eine 5-km-Runde. War ganz schön. Für mich war es übrigens ein Rekord, da ich sonst nicht im Winter gelaufen bin. So früh im Jahr habe ich noch nie draußen Sport gemacht. Aber angsichts der südlichen Breitengrade, in denen ich mich jetzt aufhalte, und des milden Winters ist das auch kein Kunststück.
Kinder waren bei uns in der Kantine ja nicht zu erwarten. Außerdem schien die Sonne und ich fühlte mich an die guten Vorsätze von vor 6 Tagen erinnert. Also habe ich zusammen mit zwei Kollegen die Mittagspause für den ersten Lauf des Jahres genutzt. Natürlich sind wir gentiment und court gelaufen, weil wir uns ja alle schon ewig nicht mehr bewegt hatten. Also eine 5-km-Runde. War ganz schön. Für mich war es übrigens ein Rekord, da ich sonst nicht im Winter gelaufen bin. So früh im Jahr habe ich noch nie draußen Sport gemacht. Aber angsichts der südlichen Breitengrade, in denen ich mich jetzt aufhalte, und des milden Winters ist das auch kein Kunststück.
Samstag, 17. Dezember 2011
Sprechen lernen
Seit einiger Zeit nutze ich meine Zeit morgens und abends im Bus produktiv, um mein Französisch zu verbessern. Ich habe dort Frédéric kennengelernt, der sehr erfreut ist, dass ich sein Schuldeutsch (14 Jahre Unterricht!) verbessern kann und im Gegenzug hilft er mir. Sprachtandem nennt man das, glaube ich. Hauptsächlich lesen wir Texte laut vor, verbessern den anderen in der Aussprache und sprechen darüber.
Ich lese Asterix und manchmal eine Tageszeitung. Da der erste Asterix-Band nächste Woche zu Ende geht, haben wir am Freitag darüber diskutiert, was ich danach lesen könnte. Irgendwann sind wir dann auf Lucky Luke gekommen, worüber ich lachen musste, weil Frédéric es französisch ausgesprochen hat ("Lücki Lük"). Aber er hat mich dann auch gleich sehr ernst über meine Unwissenheit aufgeklärt und gesagt, dass es sich um einen frankophenen (ursprünglich belgischen) Comic handelt. Und tatsächlich war ich sehr erstaunt, dass diese Geschichten im Dunstkreis der Asterix-Autoren entstanden sind. Man lernt halt nie aus.
Ich lese Asterix und manchmal eine Tageszeitung. Da der erste Asterix-Band nächste Woche zu Ende geht, haben wir am Freitag darüber diskutiert, was ich danach lesen könnte. Irgendwann sind wir dann auf Lucky Luke gekommen, worüber ich lachen musste, weil Frédéric es französisch ausgesprochen hat ("Lücki Lük"). Aber er hat mich dann auch gleich sehr ernst über meine Unwissenheit aufgeklärt und gesagt, dass es sich um einen frankophenen (ursprünglich belgischen) Comic handelt. Und tatsächlich war ich sehr erstaunt, dass diese Geschichten im Dunstkreis der Asterix-Autoren entstanden sind. Man lernt halt nie aus.
Sonntag, 11. Dezember 2011
Tägliche Laster
Ich werde ja ganz häufig gefragt: Stimmt das eigentlich wirklich?! Trinken die Franzosen zum Mittag schon Wein? Auch am Alltag?!?
Die Antwort lautet: Ja. Aber nicht immer. Sogar eher selten. Zwar gibt es in unserer Kantine ein ganz ordentliches Weinregal, aber die Anzahl der Plops eines herausgezogenen Korkens, die man so hört, ist eher gering. Man gönnt sich ein Fläschchen eher zu einem besonderen Anlass, wurde mir erzählt. So einen Anlass habe ich noch nicht erlebt.
Eine Besonderheit, die ich noch erwähnen möchte, ist die Weinzapfanlage. Aus dieser kann man sich einen weißen oder roten Tischwein für 70 Cent den Viertelliter zapfen. Hab ich aber noch nicht gemacht. Hab auch noch keinen gesehen, der das gemacht hat. Insofern traue ich mich da auch nicht ran. Wer weiß wie lange das Zeug da schon steht.
Außerdem gelten die Franzosen ja traditionell als starke Vielraucher, was sie tatsächlich auch sind. Zumindest schließe ich das aus der doch recht hohen Raucherquote im Kollegenkreis. Allerdings kommen sie sehr zur Freude aller Nichtraucher viel besser mit den Rauchverboten zurecht, die hier auch überall herrschen. Ich habe noch keine Kneipe gesehen, in der geraucht wird. Alle gehen artig vor die Tür. Das gilt erst recht für alle öffentlichen Gebäude und Büros.
Die Antwort lautet: Ja. Aber nicht immer. Sogar eher selten. Zwar gibt es in unserer Kantine ein ganz ordentliches Weinregal, aber die Anzahl der Plops eines herausgezogenen Korkens, die man so hört, ist eher gering. Man gönnt sich ein Fläschchen eher zu einem besonderen Anlass, wurde mir erzählt. So einen Anlass habe ich noch nicht erlebt.
Eine Besonderheit, die ich noch erwähnen möchte, ist die Weinzapfanlage. Aus dieser kann man sich einen weißen oder roten Tischwein für 70 Cent den Viertelliter zapfen. Hab ich aber noch nicht gemacht. Hab auch noch keinen gesehen, der das gemacht hat. Insofern traue ich mich da auch nicht ran. Wer weiß wie lange das Zeug da schon steht.
Außerdem gelten die Franzosen ja traditionell als starke Vielraucher, was sie tatsächlich auch sind. Zumindest schließe ich das aus der doch recht hohen Raucherquote im Kollegenkreis. Allerdings kommen sie sehr zur Freude aller Nichtraucher viel besser mit den Rauchverboten zurecht, die hier auch überall herrschen. Ich habe noch keine Kneipe gesehen, in der geraucht wird. Alle gehen artig vor die Tür. Das gilt erst recht für alle öffentlichen Gebäude und Büros.
Samstag, 22. Oktober 2011
Wetter
Im Sommer hatte ich berichtet, dass es hier sehr heiß werden kann. In den letzten Tagen musste ich leider feststellen, dass es auch sehr kalt wird. Und die besonderen Umstände verursachen, dass ich diese Kälte auch voll zu spüren bekomme. Ich hatte - glaube ich - schon erwähnt, dass hier im Sommer die lokale Zeit Zwei Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit hinterher hinkt, also Mittag erst gegen 14 Uhr ist. Das heißt aber auch, dass die Sonne zwei Stunden später aufgeht. Als Folge haben wir hier ein Temperaturminimum zwischen 8 und 9 Uhr morgens, das kann man sich hier angucken. Das ist also genau in der Zeit, in der ich auf meinen Bus warten muss und später auch zu meinem Büro gehe. Echt schrecklich! Und gestern hatten wir hier den ersten Frost.
Glücklicherweise aber heizt es sich für gewöhnlich im Tagesverlauf stark auf. Deswegen war es gestern um die Mittagszeit etwa 15 Grad warm und ich konnte mit zwei Kollegen in der Mittagspause eine gemütliche Laufrunde genießen.
Glücklicherweise aber heizt es sich für gewöhnlich im Tagesverlauf stark auf. Deswegen war es gestern um die Mittagszeit etwa 15 Grad warm und ich konnte mit zwei Kollegen in der Mittagspause eine gemütliche Laufrunde genießen.
Kantine
Vorgestern war in unserer Kantine Tag der Normandie. Das war schon der zweite Spezialitätentag, den ich dort erlebt habe. Der erste war irgendwann im Sommer und hatte Spanien als Thema. Aber nun war die nordfranzösische Provinz dran. Es gab viele spezielle Besonderheiten, die mir alle nichts sagten, aber das gesamte Küchenpersonal war sichtlich stolz und freudig erregt bei der Essensausgabe. Außerdem war die Essensausgabe hübsch dekoriert und auch die Leute hatten sich entsprechend der Region maritim kostümiert. Ich hatte Porreegemüse und speziell bereitete Kartoffeln (der Koch hat versucht es mir zu erklären, aber ich hab leider nicht viel verstanden; es war so Richtung Kartoffelgratin, aber nicht gratiniert), dazu ein sehr delikates Stück Ente. Zu allem gab es zur Feier des Tages ein Glas Cidre aufs Haus. Lecker! Ich freue mich schon auf das nächste Mal.
Dienstag, 11. Oktober 2011
Generalstreik! Und ich mit dabei!
Jedenfalls fast.
Heute kam es zu landesweiten Protesten und Kundgebungen der Gewerkschaften gegen die Sparpläne der Regierung Frankreichs. Soweit, so gut, nichts neues und auch der Verkehr wurde nicht weiter lahm gelegt.
Allerdings wurde mir angeboten, dass ich mich doch beteiligen könne. Das fand ich schon merkwürdig, da alle arbeiteten und ich niemanden protestieren sah. Richtig lustig wurde es, als mir erklärt wurde, wie der "Streik" funktioniert. Man lässt einfach seinen Namen auf eine Liste setzen und man kann ankreuzen, ob man 59 Minuten, 2 oder 4 Stunden streiken will. Der Lohn wird dann entsprechend angepasst. Danach geht man gemütlich weiterarbeiten. Der Zweck ist, wie mir erklärt wurde, dass in der offiziellen Statistik nun ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung die Arbeit niedergelegt hat und die Regierung damit unter Druck gesetzt werden kann. Da stehen die vielen Streiks im linksrheinischen Nachbarland der Deutschen doch plötzlich in einem ganz anderen Licht da.
Ich habe Mühe gehabt mich nicht allzusehr zu belustigen und mich darauf berufen, Ausländer zu sein, damit ich die Sache ignorieren kann. Jedenfalls für die offizielle Statistik.
Heute kam es zu landesweiten Protesten und Kundgebungen der Gewerkschaften gegen die Sparpläne der Regierung Frankreichs. Soweit, so gut, nichts neues und auch der Verkehr wurde nicht weiter lahm gelegt.
Allerdings wurde mir angeboten, dass ich mich doch beteiligen könne. Das fand ich schon merkwürdig, da alle arbeiteten und ich niemanden protestieren sah. Richtig lustig wurde es, als mir erklärt wurde, wie der "Streik" funktioniert. Man lässt einfach seinen Namen auf eine Liste setzen und man kann ankreuzen, ob man 59 Minuten, 2 oder 4 Stunden streiken will. Der Lohn wird dann entsprechend angepasst. Danach geht man gemütlich weiterarbeiten. Der Zweck ist, wie mir erklärt wurde, dass in der offiziellen Statistik nun ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung die Arbeit niedergelegt hat und die Regierung damit unter Druck gesetzt werden kann. Da stehen die vielen Streiks im linksrheinischen Nachbarland der Deutschen doch plötzlich in einem ganz anderen Licht da.
Ich habe Mühe gehabt mich nicht allzusehr zu belustigen und mich darauf berufen, Ausländer zu sein, damit ich die Sache ignorieren kann. Jedenfalls für die offizielle Statistik.
Montag, 27. Juni 2011
Arbeitsplatz
Beim durchforsten der Fotos auf meinem Handy habe ich folgendes Bild zutage gefördert. Es zeigt das Labor eines Theoretikers, meinen Schreibtisch:
Es stehen mir zweieinhalb Schreibtische und zwei Stühle zu, außerdem habe ich einen Schrank und ein Whiteboard. Und natürlich einen Computer. Ich sitze vor einem großen Fenster und wenn es mir nachmittags zu hell wird, kann ich außen Sonnenblenden vorziehen. Ich teile mein Büro mit 3 Kollegen, zwei Postdocs und einer Doktorandin. Ich habe mich übrigens für dieses Büro und gegen ein Einzelzimmer entschieden, um mehr Leute zum Reden zu haben. Das ist auch gut so, weil ich sonst gar nichts mitbekommen würde, was so abläuft. So kann ich den ganzen Tag irgendjemanden über alles mögliche ausfragen. Auf dem Bild ist übrigens auch eine dienstlich gelieferte Wasserflasche zu sehen. Diese sind gerade beim heutigen heißen Wetter sehr angenehm.
Sommer
Der Sommer ist nach Paris zurückgekehrt. Und wie! Es handelt sich um eine richtige Hitzewelle. Eine Wetterstation ganz in der Nähe meines Arbeitsplatzes hat heute einen Tageshöchstwert von 38 °C gemessen! Im Schatten! Sehr schön zu sehen ist bei diesen Messwerten auch die Verschiebung des Maximums weit nach hinten auf kurz nach 17 Uhr (aufgrund der Lage von Paris innerhalb der Zeitzone). Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich zum Glück gerade in den klimatisierten Bus gesetzt, der mich nach Hause gefahren hat. In Paris waren es dann nur noch 35 °C. In meiner angenehm kühlen (26 °C) Wohnung habe ich dann erstmal aufs Durchlüften verzichtet und hoffe darauf, dass die Temperaturen draußen heute noch unter 30 °C fallen.
Nachtrag: Ich musste feststellen, dass eine weitere benachbarte Wetterstation sogar über 42 °C gemessen hat. Uff! Auf jeden Fall war es ziemlich warm.
Nachtrag: Ich musste feststellen, dass eine weitere benachbarte Wetterstation sogar über 42 °C gemessen hat. Uff! Auf jeden Fall war es ziemlich warm.
Mittwoch, 22. Juni 2011
Streik!
Heute ist es zum ersten Mal, seitdem ich hier angekommen bin, passiert: die Lokführer der RER haben gestreikt. Dafür ist Frankreich ja bekannt, dass es reglemäßig Streiks gibt und der gesamte Verkehr zum Erliegen kommt. Der Ausfall der Vorortzüge tangiert mich ja glücklicherweise nur insofern, dass nun viele Pendler aufs Auto ausweichen und es zu noch mehr Staus kommt. Das ist tatsächlich auch so, aber da ich mich entgegengesetzt zur großen Masse bewege - also Paris verlasse - bekomme ich den beeindruckenden Stau nur auf der Gegenfahrbahn demonstriert.
Da heute auch gleichzeitg die Fête de la Musique steigt bin ich trotzdem etwas länger unterwegs, da mitten auf dem Place Denfert-Rochereau, einer wichtigen Kreuzung, eine Bühne aufgebaut wurde und mein Bus einen Umweg fahren muss. Abends werde ich dann mit viel Straßenmusik an vielen Ecken entschädigt. Nicht immer gut, aber lustig. Man konnte schwarze DJs in Hörweite von japanischen Punkrock-Bands bewundern und dann gleich zu temperamentvollen Samba-Trommlerinnen weiterschlendern. Naja und so weiter bis nach Hause, wo die Musik dann bis weit nach Mitternacht in meine Wohnung drang...
Da heute auch gleichzeitg die Fête de la Musique steigt bin ich trotzdem etwas länger unterwegs, da mitten auf dem Place Denfert-Rochereau, einer wichtigen Kreuzung, eine Bühne aufgebaut wurde und mein Bus einen Umweg fahren muss. Abends werde ich dann mit viel Straßenmusik an vielen Ecken entschädigt. Nicht immer gut, aber lustig. Man konnte schwarze DJs in Hörweite von japanischen Punkrock-Bands bewundern und dann gleich zu temperamentvollen Samba-Trommlerinnen weiterschlendern. Naja und so weiter bis nach Hause, wo die Musik dann bis weit nach Mitternacht in meine Wohnung drang...
Samstag, 21. Mai 2011
Sportliche Mittagspausen
Meine zweite Arbeitswoche ist vorbei. Seitdem ich arbeite war ich nicht mehr in Paris laufen. Dies hat zum einen den Grund, dass ich Abends einfach keine Lust mehr zum Laufen habe. Auf der anderen Seite hat sich herausgestellt, dass ich in meiner Mittagspause mit einigen Kollegen in der wunderschönen Gegend bei Arpajon laufen gehen kann. Diese Gegend ist ländlich mit ein paar Wäldern übersät und es gibt Wege, die sind gut zum laufen geeignet. Bisher war ich zweimal pro Woche laufen, jeweils um die 7 km. An die Wege kann ich mich nicht so gut erinnern, da ich den anderen nur immer hinterher laufe.
Freitag, 6. Mai 2011
Der Ernst des Lebens
Mein erster Arbeitstag beginnt mit einer Busfahrt. Ungefähr 700 m von meiner Wohnung entfernt gibt es eine Kreuzung, an der ein Bus für mich halten und mich dann direkt zur Arbeit nahe Arpajon bringen soll. Ich versuche mein Glück und stelle mich pünktlich an die mir beschriebene Stelle (an der sich keine Haltestelle befindet). Der Bus kommt dann auch tatsächlich, aber der Busfahrer gestikuliert mir von der Überholspur aus, dass er zunächst gedenkt links abzubiegen. Ich muss also quer über die Kreuzung, um den Bus zu erreichen, was aber machbar war. Beim nächsten Mal bin ich schlauer. Die anschließende Fahrt führt durch das Herz von Paris , ich habe viel zu sehen. Für die knapp 38 km Fahrt benötigt der Bus eine gute Stunde und um 8:45 Uhr stehe ich am Eingang zum Betriebsgelände. Mit dem Sicherheitspersonal muss ich ein wenig um Einlass ringen, aber meine Eskorte namens Johann regelt das für mich. Gegen 9 Uhr sitze ich an meinem Schreibtisch und beginne, mich in mein neues Thema einzuarbeiten. Im Laufe des Tages werden mir noch die meisten Leute vorgestellt und mittags darf ich erneut die Kantine kennenlernen, mit der ich durchaus zufrieden bin. Um 17 Uhr fahre ich auf derselben Buslinie nach Paris zurück, die aufgrund der Einbahnstraßensituation in Paris aber einen leicht anderen (und schnelleren) Verlauf nimmt.
Donnerstag, 5. Mai 2011
École polytechnique
Heute bin ich auf den Campus der École polytechnique gefahren, um meinen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Der Campus liegt nahe Palaiseau südlich von Paris. Von der RER-Station Lozere war es laut Karte nur ein kurzes Stück zu laufen. Leider habe ich nicht auf die Topographie Acht gegeben, sodass ich feststellen musste, dass der Campus sehr viel höher lag, als die Bahn. Deshalb musste ich einige Hundert Treppenstufen steigen, um zum Ziel zu gelangen.
Am Ziel angekommen, hatte ich noch ein wenig Zeit, die Gegend zu erkunden. Es handelt sich um ein Gelände mit vielen Zweckbauten, die ihrerseits viele technische Anbauten haben. Das ist im allgemeinen ja ziemlich hässlich. Bemerkenswert ist allerdings das Hauptgebäude dieses Campus. Dieses ist ein moderner repräsentativer Monumentalbau.
Im Vordergrund steht die Statue eines Artilleriesoldaten, der an die Ursprünge dieser Hochschule erinnert. Diese wurde im 18. Jahrhundert gegründet, um für Napoleons Armee Offiziere und Ingenieure auszubilden. Das durchaus beeindruckende architektonische Konzept wurde allerdings in meinen Augen durch die Umwidmung des Uferstreifens zwischen diesem zentralen Platz und einem angrenzenden Teich in einen Besucherparkplatz zerstört.
Am anderen Ufer sind übrigens zwei Football-Felder zu sehen.
Nach meiner Entdeckungstour war es für mich Zeit das LULI (Laboratoire pour l'Utilisation des Laser Intense) aufzusuchen und meinen formalen Kram zu erledigen. Mein Gehalt bekomme ich nämlich von dieser Einrichtung. Hier finden die für meine Untersuchungen relevanten Experimente statt. Die theoretische Erforschung erfolgt aber auf dem Gelände des CEA, weshalb ich dort arbeiten werde. Ich habe auch gleich eine Laborführung bekommen. Sehr beeindruckend, soweit ich das beurteilen kann. Ich musste auch eine Schutzbrille und einen Kittel anziehen. Dort arbeiten übrigens drei Deutsche auf einem Haufen.
Edit am 27.04.2013: Nach zwei Jahren intensivster Frankreich-Erfahrungen muss ich mich natürlich korrigiern, denn es handelt sich selbstvertständlich um Rugbyfelder.
Am Ziel angekommen, hatte ich noch ein wenig Zeit, die Gegend zu erkunden. Es handelt sich um ein Gelände mit vielen Zweckbauten, die ihrerseits viele technische Anbauten haben. Das ist im allgemeinen ja ziemlich hässlich. Bemerkenswert ist allerdings das Hauptgebäude dieses Campus. Dieses ist ein moderner repräsentativer Monumentalbau.
Im Vordergrund steht die Statue eines Artilleriesoldaten, der an die Ursprünge dieser Hochschule erinnert. Diese wurde im 18. Jahrhundert gegründet, um für Napoleons Armee Offiziere und Ingenieure auszubilden. Das durchaus beeindruckende architektonische Konzept wurde allerdings in meinen Augen durch die Umwidmung des Uferstreifens zwischen diesem zentralen Platz und einem angrenzenden Teich in einen Besucherparkplatz zerstört.
Am anderen Ufer sind übrigens zwei Football-Felder zu sehen.
Nach meiner Entdeckungstour war es für mich Zeit das LULI (Laboratoire pour l'Utilisation des Laser Intense) aufzusuchen und meinen formalen Kram zu erledigen. Mein Gehalt bekomme ich nämlich von dieser Einrichtung. Hier finden die für meine Untersuchungen relevanten Experimente statt. Die theoretische Erforschung erfolgt aber auf dem Gelände des CEA, weshalb ich dort arbeiten werde. Ich habe auch gleich eine Laborführung bekommen. Sehr beeindruckend, soweit ich das beurteilen kann. Ich musste auch eine Schutzbrille und einen Kittel anziehen. Dort arbeiten übrigens drei Deutsche auf einem Haufen.
Edit am 27.04.2013: Nach zwei Jahren intensivster Frankreich-Erfahrungen muss ich mich natürlich korrigiern, denn es handelt sich selbstvertständlich um Rugbyfelder.
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