Ich bin bis jetzt - obwohl es bereits Juli ist - nicht dazu gekommen, von den gravierenden Veränderungen in meinem Stadtgarten zu berichten, die aufgrund des strengen Winters eingetreten sind. Aufgrund der tiefen Temperaturen im Dezember, die es ja sonst hier nie gibt, sind alle meine Geranien erfroren. Den Winter davor hatten sie ja überstanden, weshalb ich sie in eher schlechtem Zustand übernehmen konnte. Aber jetzt waren sie weg und für mich war das die Möglichkeit eines botanischen Neuanfangs. Ich habe jetzt weitgehend auf Kräuter gesetzt, wegen ihres Nutzwerts und weil sie wahrscheinlich auch Pflegeleichter sind. Inspesondere können einige von ihnen mal eine Woche in der prallen Sonne überleben, ohne gegossen zu werden. Als erstes möchte ich meinen Kräuterkasten zeigen, der aus dem letzten Jahr noch überlebt hat.
Im Kasten sind Oregano, Thymian und Rosmarin die überwintert haben. Links daneben gibt es einen neuen Topf mit provencalischem Basilikum - sehr lecker. Diese Kräuter sind nach Süden angebracht, sie vertragen die Mittagssonne. Genauso wie die Pflanzen im zweiten Kasten auf dieser Seite.
Sehr ausufernd ist hier der Lavendel gewachsen. Er ist nicht sehr zum Kochen geeignet, dafür aber sehr französisch. Bald wird er blühen. Daneben Zitronen-Thymian, der auch sehr üppig wächst, aber mit dem noch nicht sehr viel gekocht wurde. Auf der Nordseite ist der folgende Kasten zu finden.
Darin wachsen drei (noch) kleine Pflanzen Pfefferminze. Diese wurden aus einem wenige Zentimeter langem Zweig gezogen, den ich mir bei Anne abgeschnitten habe. Sie hat die Pflanze als "Marokkanische Minze" vom Herrn J.W. aus B. bekommen. Man kann ihnen fast beim wachsen zuschauen und wenn nichts schlimmes passiert, werde ich wohl im August meinen ersten Mojito trinken können.
Donnerstag, 5. Juli 2012
Donnerstag, 28. Juni 2012
Das tägliche Chaos
An normalen Tagen ist der Verkehr schon sehr zähflüssig in Paris, aber heute war bisher der schlimmste Tag, den ich hier erleben durfte. Der Verkehr ist komplett zum erliegen gekommen. Ein kompletter Deadlock an allen Kreuzungen, an denen ich vorbeikam. An jeder größeren Kreuzung standen zwar Polizisten, die abwechselnd die Wartenden in allen vier Richtungen anpfiffen, aber davon bewegte sich auch nichts.
Ich bin glücklicherweise frühzeitig meinem Bus entkommen und habe mich auf einem Velib durch die Blechmassen geschlängelt. So konnte ich zwei Polizeiautos und einen Rettungswagen mit Blaulicht überholen, die auch feststeckten. Leider kam ich ein wenig später auch an dem Ort vorbei, wo diese dringend erwartet wurden. Ein anderer Velibfahrer lag offenbar verletzt auf der Straße. Aber es wurde sich bereits um ihn gekümmert und er war bei Bewusstsein. Mit flauem Gefühl im Magen bin ich weiter nach Hause gefahren und hoffte, dass der Rettungswagen möglichst bald ankäme.
Ich bin glücklicherweise frühzeitig meinem Bus entkommen und habe mich auf einem Velib durch die Blechmassen geschlängelt. So konnte ich zwei Polizeiautos und einen Rettungswagen mit Blaulicht überholen, die auch feststeckten. Leider kam ich ein wenig später auch an dem Ort vorbei, wo diese dringend erwartet wurden. Ein anderer Velibfahrer lag offenbar verletzt auf der Straße. Aber es wurde sich bereits um ihn gekümmert und er war bei Bewusstsein. Mit flauem Gefühl im Magen bin ich weiter nach Hause gefahren und hoffte, dass der Rettungswagen möglichst bald ankäme.
Mittwoch, 27. Juni 2012
Incroyable
Unglaublich! Das habe ich heute bei der Heimkehr von der Arbeit gedacht, als sich mir folgendes Bild bot.
Der wöchentlich auftauchende Reinigungsdienst fürs Treppenhaus hat einen Papierkorb für ungewollte Werbesendungen aufgestellt. Jetzt brauchen sie nicht mehr im kompletten Eingangsbereich verteilt zu werden. Eine super Verbesserung. Nicht, dass sich hier am Ende noch Zucht und Ordnung durchsetzt.
Der wöchentlich auftauchende Reinigungsdienst fürs Treppenhaus hat einen Papierkorb für ungewollte Werbesendungen aufgestellt. Jetzt brauchen sie nicht mehr im kompletten Eingangsbereich verteilt zu werden. Eine super Verbesserung. Nicht, dass sich hier am Ende noch Zucht und Ordnung durchsetzt.
Jeu de mots
Hier etwas verspätet, weil eigentlich zur Wahl angebracht, ein kleines nettes Wortspiel aus der kürzesten Straße von Paris.
Skandal
Ich soll hier nochmal schreiben, dass es ein Skandal ist, dass das Samaritaine dicht gemacht wurde. Unerhört! Und alles nur wegen der Spekulationen und den vielen reichen Touristen. Am schlimmsten ist, die armen Pariser haben gar nichts davon und müssen darunter leiden.
Es ist nämlich so, wurde mir erbost erklärt, dass ein Investor beschlossen hat, dass sich mit Büroräumen und einem Luxushotel in dieser Lage viel mehr Geld verdienen lässt, als mit einem Kaufhaus für Normalos. So! Erledigt!
Es ist nämlich so, wurde mir erbost erklärt, dass ein Investor beschlossen hat, dass sich mit Büroräumen und einem Luxushotel in dieser Lage viel mehr Geld verdienen lässt, als mit einem Kaufhaus für Normalos. So! Erledigt!
Sonntag, 17. Juni 2012
Samaritaine
Die meisten Touristen kennen die berühmten Kaufhäuser La Fayette und Printemps. Als Warenhäuser sind traditionell das Bonne Marché und der Bazar de l'Hôtel de Ville (meist nur als BHV) bekannt. Ein weiterer Name, der aber in Vergessenheit zu geraten droht ist das Samaritaine.
Als ehemaliges Warenhaus für die komplette Produktpalette, teilt es das Schicksal von Karstadt, es ist pleite und steht leer. Mitten in Paris, wo Wohnungen und andere Immobilien unerschwinglich und begehrt sind, steht diese riesige Liegenschaft ungenutzt herum. Und das in bester Lage zwischen der Seine und der Rue Rivoli, einer der bekannteren Einkaufsstraßen, direkt an der Pont Neuf.
Und so landet dieses Gebäude wahrscheinlich auf Millionen von Toristenfotos, ohne dass der Fotograph bemerkt, dass es leer steht.
Als ehemaliges Warenhaus für die komplette Produktpalette, teilt es das Schicksal von Karstadt, es ist pleite und steht leer. Mitten in Paris, wo Wohnungen und andere Immobilien unerschwinglich und begehrt sind, steht diese riesige Liegenschaft ungenutzt herum. Und das in bester Lage zwischen der Seine und der Rue Rivoli, einer der bekannteren Einkaufsstraßen, direkt an der Pont Neuf.
Und so landet dieses Gebäude wahrscheinlich auf Millionen von Toristenfotos, ohne dass der Fotograph bemerkt, dass es leer steht.
Prozession
Obwohl Frankreich ein katholisches Land ist, ist Fronleichnam kein
Feiertag gewesen. Am darauffolgenden Wochenende hat die benachbarte
Gemeinde aber trotzdem eine Prozession zu diesem Anlass durchgeführt.
Man ist einmal komplett um meine Wohnung herumgezogen und hat dazu schön gesungen.
Dem Chor kann ich in der Woche abends übrigens manchmal beim Proben zuhören, da der Probenraum ein Fenster in Richtung meiner Wohnung hat.
Der Krankenwagen auf dem Bild gehört neuerdings zum allgemeinen Erscheinungsbild in der Rue de Cléry, da hier ein Büro des Roten Kreuzes eröffnet hat.
Man ist einmal komplett um meine Wohnung herumgezogen und hat dazu schön gesungen.
Dem Chor kann ich in der Woche abends übrigens manchmal beim Proben zuhören, da der Probenraum ein Fenster in Richtung meiner Wohnung hat.
Der Krankenwagen auf dem Bild gehört neuerdings zum allgemeinen Erscheinungsbild in der Rue de Cléry, da hier ein Büro des Roten Kreuzes eröffnet hat.
Sonntag, 27. Mai 2012
Importschlager
Über die Exportschlager, die wir auf Usedom gefunden haben, berichtete ich ja bereits. Heute soll es um das genaue Gegenteil gehen.
In diversen Trödelgeschäften hier in der Gegend gibt es eine beträchtliche Anzahl von "anitken" Petroleumlampen, die als Dekorationsgegenstände angeboten werden. Ein Blick auf das Typenschild überraschte ein wenig.
Ueckermünde ist zwar nicht genau Usedom, aber fast. Scheint entweder ein großes Lager geräumt worden zu sein, oder die Lampen wurden tatsächlich früher in alle Welt geliefert. Genaues weiß ich jetzt nicht.
Außerdem steht in meiner Straße auch ein Produkt, was ich von früher kenne. Da kann ich ja mal bei dieser Gelegenheit auch ein Foto von zeigen.
In diversen Trödelgeschäften hier in der Gegend gibt es eine beträchtliche Anzahl von "anitken" Petroleumlampen, die als Dekorationsgegenstände angeboten werden. Ein Blick auf das Typenschild überraschte ein wenig.
Ueckermünde ist zwar nicht genau Usedom, aber fast. Scheint entweder ein großes Lager geräumt worden zu sein, oder die Lampen wurden tatsächlich früher in alle Welt geliefert. Genaues weiß ich jetzt nicht.
Außerdem steht in meiner Straße auch ein Produkt, was ich von früher kenne. Da kann ich ja mal bei dieser Gelegenheit auch ein Foto von zeigen.
Donnerstag, 17. Mai 2012
Slums
Ich kannte sie bisher nur aus dem Fernsehen aus Berichten über andere Kontinente und ich weiß nicht, ob es politisch korrekt ist, sie so zu bezeichnen, aber es gibt sie tatsächlich in der Nähe von Paris. Es handelt sich um Lager, über die vor etwa einem Jahr europaweit in den Medien berichtet wurde. Menschen, bei denen es sich überwiegend um Roma handeln soll und die keinen festen Wohnsitz haben, haben sich in ihnen mit einfachsten Mitteln ein Obdach geschaffen. In den Medien wurde damals hauptsächlich über die harte Haltung der französischen Regierung diskutiert.
Auf meinem Arbeitsweg fuhr ich täglich an zwei solchen Lagern vorbei, die direkt an der Autobahn liegen. Es gehört für mich schon zum Alltag, dass es direkt in meiner Umgebung Menschen gibt, die so leben. Vor ein paar Wochen wurde eines dieser Lager geräumt. Für den vorbeirollenden Verkehr war das ein Spektakel. Durch Schaulustige wurde der Verkehr verlangsamt. Die ehemaligen Einwohner des Lagers standen daneben und haben zugesehen, wie schweres Baugerät ihre Habseligkeiten zermalmte. Die Reste habe ich versucht, mit meiner Handykamera an einem der nächsten Tage aus einem schnell fahrenden Bus zu fotografieren.
Man erkennt noch Schuttberge und aufgeschüttete Erdwälle. Auf einer späteren Fahrt habe ich es noch einmal versucht, aber die Handykamera ist einfach zu langsam.
Auch hier möchte ich insbesondere auf die Erdwälle und Gräben hinweisen. Bei diesen handelt es sich nämlich um eine Taktik der Behörden, die verhindern soll, dass sich die Leute dort wieder ansiedeln. Ein viel kleineres Lager, wahrscheinlich von nur einer Familie, gab es vor kurzer Zeit auch innerhalb von Paris gleich bei mir um die Ecke. Dieses wurde in einem Blumenbeet direkt auf der Straße eingerichtet. Hier haben die Behörden viel schneller reagiert und auch die gleiche Taktik angwendet: es wurden Erdwälle aufgeschüttet, wo vorher noch eine Ebene war.
Dieser Kampf findet täglich für alle sichtbar statt, aber niemend redet mehr wirklich darüber.
Auf meinem Arbeitsweg fuhr ich täglich an zwei solchen Lagern vorbei, die direkt an der Autobahn liegen. Es gehört für mich schon zum Alltag, dass es direkt in meiner Umgebung Menschen gibt, die so leben. Vor ein paar Wochen wurde eines dieser Lager geräumt. Für den vorbeirollenden Verkehr war das ein Spektakel. Durch Schaulustige wurde der Verkehr verlangsamt. Die ehemaligen Einwohner des Lagers standen daneben und haben zugesehen, wie schweres Baugerät ihre Habseligkeiten zermalmte. Die Reste habe ich versucht, mit meiner Handykamera an einem der nächsten Tage aus einem schnell fahrenden Bus zu fotografieren.
Man erkennt noch Schuttberge und aufgeschüttete Erdwälle. Auf einer späteren Fahrt habe ich es noch einmal versucht, aber die Handykamera ist einfach zu langsam.
Auch hier möchte ich insbesondere auf die Erdwälle und Gräben hinweisen. Bei diesen handelt es sich nämlich um eine Taktik der Behörden, die verhindern soll, dass sich die Leute dort wieder ansiedeln. Ein viel kleineres Lager, wahrscheinlich von nur einer Familie, gab es vor kurzer Zeit auch innerhalb von Paris gleich bei mir um die Ecke. Dieses wurde in einem Blumenbeet direkt auf der Straße eingerichtet. Hier haben die Behörden viel schneller reagiert und auch die gleiche Taktik angwendet: es wurden Erdwälle aufgeschüttet, wo vorher noch eine Ebene war.
Dieser Kampf findet täglich für alle sichtbar statt, aber niemend redet mehr wirklich darüber.
Dienstag, 15. Mai 2012
Exportschlager
Anne und ich waren vor ein paar Wochen auf Usedom unterwegs. Wir haben dort einige Sehenswürdigkeiten besucht, zu denen auch eine restaurierte Windmühle gehörte. Auf dem Gelände fiel mir sofort ein alter Mühlenstein ins Auge.
Mir kam dieses poröse Gestein am unteren Ende bekannt vor. Es wurde mir nämlich gerade erst erklärt, worum es sich dabei handelt. Das war in Paris. Hierbei handelt es sich nämlich um Meulière ein sehr hartes und poröses Gestein, welches sehr oft in der Architektur alter Häuser in der Umgebung von Paris zu beobachten ist. Er wurde hauptsächlich im 19. Jahrhundert in Steinbrüchen rund um Paris abgebaut und er ist so hart, dass der Abbau sehr teuer war und seine Verwendung als edel galt. Innerhalb von Paris sind nur einige wenige ehemalige Adelsresidenzen damit errichtet. Auch wenn man sich heute sicherlich über sein Aussehen streiten kann, galt es damals als schick.
Durch seine Härte und grobe Struktur eignet das Gestein sich offenbar auch hervorragend für die Herstellung von Mühlensteinen, wie dieses Beispiel zeigt. Offenbar sogar so gut, dass man diese beachtlich großen Steine - dieser hier hat einen Durchmesser von ungefähr zwei Metern - durch halb Europa transportierte.
Und auch eine Inschrift bestätigt die französische Herkunft: [Fabri]k französischer Mühlensteine Friedrich Wegner in Stettin. Vor ein paar Wochen wäre ich sicherlich einfach daran vorbeigegangen.
Mir kam dieses poröse Gestein am unteren Ende bekannt vor. Es wurde mir nämlich gerade erst erklärt, worum es sich dabei handelt. Das war in Paris. Hierbei handelt es sich nämlich um Meulière ein sehr hartes und poröses Gestein, welches sehr oft in der Architektur alter Häuser in der Umgebung von Paris zu beobachten ist. Er wurde hauptsächlich im 19. Jahrhundert in Steinbrüchen rund um Paris abgebaut und er ist so hart, dass der Abbau sehr teuer war und seine Verwendung als edel galt. Innerhalb von Paris sind nur einige wenige ehemalige Adelsresidenzen damit errichtet. Auch wenn man sich heute sicherlich über sein Aussehen streiten kann, galt es damals als schick.
Durch seine Härte und grobe Struktur eignet das Gestein sich offenbar auch hervorragend für die Herstellung von Mühlensteinen, wie dieses Beispiel zeigt. Offenbar sogar so gut, dass man diese beachtlich großen Steine - dieser hier hat einen Durchmesser von ungefähr zwei Metern - durch halb Europa transportierte.
Und auch eine Inschrift bestätigt die französische Herkunft: [Fabri]k französischer Mühlensteine Friedrich Wegner in Stettin. Vor ein paar Wochen wäre ich sicherlich einfach daran vorbeigegangen.
Samstag, 5. Mai 2012
Grand prix de la baguette
Vielleicht kennt ihr das ja auch: Dinge, über die man liest oder hört, fallen ein dann im Alltag vermehrt auf, obwohl man sie früher nicht wahrgenommen hätte. Man ist dann anscheinend dafür sensibilisiert. Mir ist das jetzt mit Brot so gegangen. In Paris gibt es eine ziemlich große Anzahl kleinerer und unabhängiger Bäckereien. Das finde ich sehr gut, da es noch eine große Vielfalt gibt. Natürlich gibt es daher auch eine große Auswahl an verschiedenen Baguettes und es ist schwierig, sich zu merken, wo es gute gibt und wo nicht.
Da trifft es sich gut, dass ich Anfang Mai in der Zeitung über einen alljährlichen Wettbewerb der verschiedenen Bäckermeister gelesen habe, in dem um die Ehre gestritten wird, wer das beste Baguette herstellt. Dieses Jahr hat eine Bäckerei aus Montmatre gewonnen, wohin dieser Preis viermal in den letzten fünf Jahren vergeben wurde.
Bevor ich aber in das entsprechende Geschäft fahren konnte, um mir selbst ein Bild zu machen, habe ich heute folgendes Baguette gekauft, auf dessen Verpackung angepriesen wurde, dass es sich auch um einen ehemaligen Preisträger des Jahres 1995 handelt. Auch ein paar vordere Platzierungen in den Folgejahren waren drin. Wäre mir vorher nie aufgefallen, jetzt wird es mir sicher viel besser schmecken.
Da trifft es sich gut, dass ich Anfang Mai in der Zeitung über einen alljährlichen Wettbewerb der verschiedenen Bäckermeister gelesen habe, in dem um die Ehre gestritten wird, wer das beste Baguette herstellt. Dieses Jahr hat eine Bäckerei aus Montmatre gewonnen, wohin dieser Preis viermal in den letzten fünf Jahren vergeben wurde.
Bevor ich aber in das entsprechende Geschäft fahren konnte, um mir selbst ein Bild zu machen, habe ich heute folgendes Baguette gekauft, auf dessen Verpackung angepriesen wurde, dass es sich auch um einen ehemaligen Preisträger des Jahres 1995 handelt. Auch ein paar vordere Platzierungen in den Folgejahren waren drin. Wäre mir vorher nie aufgefallen, jetzt wird es mir sicher viel besser schmecken.
Dienstag, 20. März 2012
Bordeaux
Ich war gerade für anderthalb Tage dienstlich in Bordeaux. Da die Zugfahrt von dreieinhalb Stunden für meine Kollegen viiiiel zu lang war, sind wir geflogen. Es gab viel mit den Leuten vor Ort zu besprechen, weshalb nicht viel Freizeit blieb. Dennoch sind wir gestern Abend, also zwei Kollegen und ich, noch ein wenig die Innenstadt erkunden gewesen, einschließlich eines netten Restaurantbesuchs. Obwohl sie im Inland liegt, herrscht in der Stadt ein maritimes Flair, weil sie durch einen sehr breiten Fluss - die Garonne - mit dem Meer verbunden ist und hier früher einer der größten Häfen Frankreichs lag. Die Architektur der Stadt ist pompös und lässt auf ihren Reichtum, besonders in vergangenen Zeiten, schließen. Die Grundlage dieses Reichtums bildete früher der Handel, insbesondere mit Wein und Sklaven. Am meisten in Erinnerung wird mir wohl der trockene Satz einer Kollegin bleiben, ein Teil ihrer Familiengeschichte sei hier geschrieben worden. Sie wurde auf Martinique geboren und hat afrikanische Vorfahren.
Freitag, 16. März 2012
Chauffe-eau
Der Wassererhitzer, das ist die Vokabel, die ich durch mein neuestes Abenteuer gelernt habe. Eben jener ist letzte Woche in meiner Wohnung kaputt gegangen. Also hieß es, eine Reparatur organisieren, wenn ich nicht ewig kalt duschen wollte. Leichter gesagt, als getan mit meinen rudimentären Sprachkenntnissen. Also die Kollegen befragen. Die Aussagen reichten von "am besten, man kennt irgendjemanden" über "man kann froh sein, wenn sich überhaupt jemand herablässt, etwas zu reparieren" bis hin zu "In Paris sind ALLE Handwerker Diebe!". Nicht sehr ermutigend, aber glücklicherweise habe ich über meinen Vermieter eine Telefonnummer von einer Nachbarin bekommen, unter der sich angeblich ein zuverlässiger Klempner melden würde.
Am Ende wurde alles gut, die Telefonanrufe hat größtenteils ein Kollege erledigt, da telefonieren auf französisch noch sehr schwer für mich ist und die Leute, wenn sie nicht geduldig genug mit mir sind, einfach auflegen. In dem Zusammenhang habe ich aber meine erste Nachricht auf französisch auf dem Anrufbeantworter abgehört und auch verstanden.
Auf jeden Fall kamen hier heute drei Leute an, von denen zwei Leute noch schlechter französisch sprachen, als ich. Jetzt ist das Gerät ausgetauscht und ich habe wieder warmes Wasser.
Am Ende wurde alles gut, die Telefonanrufe hat größtenteils ein Kollege erledigt, da telefonieren auf französisch noch sehr schwer für mich ist und die Leute, wenn sie nicht geduldig genug mit mir sind, einfach auflegen. In dem Zusammenhang habe ich aber meine erste Nachricht auf französisch auf dem Anrufbeantworter abgehört und auch verstanden.
Auf jeden Fall kamen hier heute drei Leute an, von denen zwei Leute noch schlechter französisch sprachen, als ich. Jetzt ist das Gerät ausgetauscht und ich habe wieder warmes Wasser.
Freitag, 24. Februar 2012
Freiheitsstatue - Nachtrag
Ich hatte ja früher von unserem Ausflug berichtet, auf dem wir alle Freiheitsstatuen in Paris aufspüren wollten. Das war uns ja nicht gelungen, weil wir zu faul waren noch einmal zum Musèe des Arts et Mètiers zu gehen, was direkt bei mir um die Ecke ist. Ich gehe praktisch jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit vorbei, hab aber selten Zeit ein Foto zu machen. Lange Rede, kurzer Sinn, endlich habe ich Bilder, die auch die beiden letzten zeigen.
Das eine Modell vor dem Museum, das andere in einer ehemaligen Kirche, die jetzt als Ausstellungsraum dient. Das Museum ist übrigens sehr interessant für alle Technikbegeisterten. Es gibt viele alte Apparate zu sehen und bedeutende Dinge der Technikgeschichte zu sehen. Das Bild im Innenraum ist übrigens ziemlich schlecht, weil es dunkel war und wir nur einen Versuch hatten. Danach war der Akku von Annes Kamera leer. Hier gibt es ein schöneres Bild des Exemplars im Innenraum zu sehen, ohne den komischen Typen daneben und mit einem Raketenmotor und einem Satelliten dahinter.
Das eine Modell vor dem Museum, das andere in einer ehemaligen Kirche, die jetzt als Ausstellungsraum dient. Das Museum ist übrigens sehr interessant für alle Technikbegeisterten. Es gibt viele alte Apparate zu sehen und bedeutende Dinge der Technikgeschichte zu sehen. Das Bild im Innenraum ist übrigens ziemlich schlecht, weil es dunkel war und wir nur einen Versuch hatten. Danach war der Akku von Annes Kamera leer. Hier gibt es ein schöneres Bild des Exemplars im Innenraum zu sehen, ohne den komischen Typen daneben und mit einem Raketenmotor und einem Satelliten dahinter.
Schönes Wetter
Heute ist der Frühling über Paris hereingebrochen, das Thermometer zeigte zwischendurch fünzehneinhalb Grad Celsius und die Leute aufgrund des schönen Wetters auffallend freundliche Gesichter. Morgen soll es noch schöner werden, da hab ich vorsorglich gleich mal Fenster geputzt, damit die Sonne meine Wohnung beim Frühstück auch gut durchscheinen kann.
Außerdem gab es auf der Heimfahrt heute zwei interessante Dinge zu sehen. Zuerst einen Schornsteinfeger auf einem Hausdach bei der Arbeit. Bei der Gelegenheit hab ich auch erfahren, dass dies im ganzen Bus nur mir Glück gebracht hat, denn Schornsteinfeger bringen nur Deutschen und nicht Franzosen Glück. Zum anderen habe ich auf der Straße ein paar Polizisten bei der Arbeit beobachten können. Eigentlich alltäglich, aber heute habe ich sie zum ersten Mal blitzen sehen. Ob das bei dem ewigen Stau hier und einem duchschnittlichen Ampelabstand von 50 Metern irgendwie Sinn ergibt, weiß ich nicht. Vielleicht sind die Leute vom Dauerstau ja so frustriert, dass sie auf den wenigen Metern zwischen zwei roten Ampeln sehr schnell beschleunigen.
Außerdem gab es auf der Heimfahrt heute zwei interessante Dinge zu sehen. Zuerst einen Schornsteinfeger auf einem Hausdach bei der Arbeit. Bei der Gelegenheit hab ich auch erfahren, dass dies im ganzen Bus nur mir Glück gebracht hat, denn Schornsteinfeger bringen nur Deutschen und nicht Franzosen Glück. Zum anderen habe ich auf der Straße ein paar Polizisten bei der Arbeit beobachten können. Eigentlich alltäglich, aber heute habe ich sie zum ersten Mal blitzen sehen. Ob das bei dem ewigen Stau hier und einem duchschnittlichen Ampelabstand von 50 Metern irgendwie Sinn ergibt, weiß ich nicht. Vielleicht sind die Leute vom Dauerstau ja so frustriert, dass sie auf den wenigen Metern zwischen zwei roten Ampeln sehr schnell beschleunigen.
Sonntag, 19. Februar 2012
Automatische Métro
Einige Linien der Pariser Métro werden auf neue Züge umgestellt, die
ohne Fahrer verkehren können. Neuerdings kann man also solche Züge sehen
und für viele, besonders die kleinen Fahrgäste, ist das eine
Attraktion. Vorne ausgucken ist halt viel spannender. Während man ja
meistens nur entlang eines dunklen Tunnels schauen kann, ist uns heute
ein Blick entlang der Axe historique von La Défense bis hin zum Arc de
Triomphe gegönnt gewesen.
Samstag, 18. Februar 2012
Museumsbesuch
Eigentlich nichts besonderes, würde man denken. Aber wir waren endlich mal im Louvre. Dieses meistbesuchte Museum der Welt hatten wir lange Zeit gemieden, weil die Schlange davor meistens abschreckend lang war. Diese Woche am Freitagabend bot sich allerdings die günstige Gelegenheit eines fachkundig auf deutsch geführten Besuchs. Frédéric, ein bereits erwähnter Kollege und gebürtiger Pariser, gehört nämlich zu den Freunden des Louvre und ist über viele Dinge wirklich sehr informiert. Er hat uns die Freude gemacht, uns 3 Stunden durch die reichhaltige Sammlung des Museums zu führen. Jetzt wissen wir, dass Blau in der Renaissance eine wirklich teure Farbe war und dass einige Personen gewollt oder ungewollt in einige Szenen montiert wurden, obwohl sie gar nicht anwesend waren. Außerdem ist in einige Gemälde soviel Inhalt hineingequetscht, dass es ganze Bücher nur über diese einzelnen Bilder gibt (ja, Frédéric hatte eines dabei). Prunk und Antikes gab es auch viel zu sehen und außerdem wurden ein bischen Musik und eine athletische Perfomance geboten, wovon wir aber nicht viel mitbekommen haben. Danach waren Anne und ich völlig reizüberflutet.
Samstag, 11. Februar 2012
Französische Passion
In diesen Tagen findet im Grand Palais eine Austellung statt, die - wie mir erklärt wurde - eine große Passion vieler Franzosen repräsentiert: die Liebe zu Karten und Plänen. Man sammelt und betrachtet vorzugsweise alte geographische Zeichnungen von Landschaften und besonders historischen Bauwerken und Ortschaften. Die ausgestellte Sammlung bildet demnach den Höhepunkt dieses kollektiven Hobbies. Es handelt sich um eine königliche Reliefsammlung von historisch bedeutsamen Festungen und Festungsstädten. Das besondere ist, dass es sich um zeitgenössische Modelle handelt, die zur strategischen Planung dienten. Anhand dieser aufwendigen Konstruktionen wurde den verschiedenen französischen Königen die Vor- und Nachteile verschiedener Bauwerke erläutert und bei der Gelegenheit wurden natürlich auch finanzielle Mittel erbeten. Außerdem boten diese sehr detailreichen und beeindruckenden Reliefs die Möglichkeit, ausländischen Staatsgästen zu imponieren und sie einzuschüchtern. Mir hat es gefallen, allerdings ist das Grand Palais unbeheizt und die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt haben den Spaß ein wenig eingeschränkt.
Freitag, 6. Januar 2012
Dreikönigslauf
In der Kantine gab es heute Galette. Und damit ist nicht etwa eine Crêpe salée aus der Bretagne gemeint, sondern eine Galette des Rois - der Dreikönigskuchen. Davon wurde mir schon einige Tage vorgeschwärmt, das sei ganz traditionell und Kinder hätten immer sehr viel Spaß damit. Da wird nämlich immer eine Porzellanfigur hineingebacken und wer die in seinem Stück findet, der wird für den ganzen Tag zum König gekrönt.
Kinder waren bei uns in der Kantine ja nicht zu erwarten. Außerdem schien die Sonne und ich fühlte mich an die guten Vorsätze von vor 6 Tagen erinnert. Also habe ich zusammen mit zwei Kollegen die Mittagspause für den ersten Lauf des Jahres genutzt. Natürlich sind wir gentiment und court gelaufen, weil wir uns ja alle schon ewig nicht mehr bewegt hatten. Also eine 5-km-Runde. War ganz schön. Für mich war es übrigens ein Rekord, da ich sonst nicht im Winter gelaufen bin. So früh im Jahr habe ich noch nie draußen Sport gemacht. Aber angsichts der südlichen Breitengrade, in denen ich mich jetzt aufhalte, und des milden Winters ist das auch kein Kunststück.
Kinder waren bei uns in der Kantine ja nicht zu erwarten. Außerdem schien die Sonne und ich fühlte mich an die guten Vorsätze von vor 6 Tagen erinnert. Also habe ich zusammen mit zwei Kollegen die Mittagspause für den ersten Lauf des Jahres genutzt. Natürlich sind wir gentiment und court gelaufen, weil wir uns ja alle schon ewig nicht mehr bewegt hatten. Also eine 5-km-Runde. War ganz schön. Für mich war es übrigens ein Rekord, da ich sonst nicht im Winter gelaufen bin. So früh im Jahr habe ich noch nie draußen Sport gemacht. Aber angsichts der südlichen Breitengrade, in denen ich mich jetzt aufhalte, und des milden Winters ist das auch kein Kunststück.
Sonntag, 1. Januar 2012
Frohes Neues Jahr
Ich wünsche allen ein frohes neues Jahr mit viel Gesundheit, Erfolg, Freude und Glück. Ein kleines Glückssymbol ist uns bei der Vorbereitung auf Silvester im Supermarkt - nun ja, nicht wörtlich - über den Weg gelaufen.
Abonnieren
Posts (Atom)





















