In der Kantine gab es heute Galette. Und damit ist nicht etwa eine Crêpe salée aus der Bretagne gemeint, sondern eine Galette des Rois - der Dreikönigskuchen. Davon wurde mir schon einige Tage vorgeschwärmt, das sei ganz traditionell und Kinder hätten immer sehr viel Spaß damit. Da wird nämlich immer eine Porzellanfigur hineingebacken und wer die in seinem Stück findet, der wird für den ganzen Tag zum König gekrönt.
Kinder waren bei uns in der Kantine ja nicht zu erwarten. Außerdem schien die Sonne und ich fühlte mich an die guten Vorsätze von vor 6 Tagen erinnert. Also habe ich zusammen mit zwei Kollegen die Mittagspause für den ersten Lauf des Jahres genutzt. Natürlich sind wir gentiment und court gelaufen, weil wir uns ja alle schon ewig nicht mehr bewegt hatten. Also eine 5-km-Runde. War ganz schön. Für mich war es übrigens ein Rekord, da ich sonst nicht im Winter gelaufen bin. So früh im Jahr habe ich noch nie draußen Sport gemacht. Aber angsichts der südlichen Breitengrade, in denen ich mich jetzt aufhalte, und des milden Winters ist das auch kein Kunststück.
Freitag, 6. Januar 2012
Sonntag, 1. Januar 2012
Frohes Neues Jahr
Ich wünsche allen ein frohes neues Jahr mit viel Gesundheit, Erfolg, Freude und Glück. Ein kleines Glückssymbol ist uns bei der Vorbereitung auf Silvester im Supermarkt - nun ja, nicht wörtlich - über den Weg gelaufen.
Montag, 26. Dezember 2011
Weihnachtsstreik
Die besinnliche Zeit des Jahres wurde für mich durch einen Generalstreik eingeleitet. Diesmal streikten die Belgier gegen die Sparmaßnahmen der Regierung, die ihre Staatsschulden in den Griff bekommen wollte. Als Folge brach der gesamte Bahnverkehr Belgiens zusammen und auch mein Zug nach Köln fuhr nicht. Also war ich gezwungen, als Alternative die gute alte Deutsche Bahn zu nehmen. Diese fährt nämlich von Paris und zwar mit einem Umweg um Belgien herum nach Frankfurt am Main. Von hier konnte ich mich dann auf den Weg nach Bonn machen, ab da ging es mit dem Auto nach Rostock weiter. Danach verlief alles ohne nennenswerte Störungen und ich hatte schöne Weihnachten. Es gab genüssliche Geschenke und einen leckeren Entenbraten.
Samstag, 17. Dezember 2011
Ein Schlaumeier im Supermarkt
Das soll französisches Fleisch sein? Ich glaub euch kein Wort! (Wieder mal beim Umstellen der Maschine nicht genau aufgepasst)
Und hier wurde auch nicht korrekt abgeschrieben. Vielleicht sollte man, bevor man etwas tausendfach druckt, doch mal einen draufgucken lassen, der sich damit auskennt.
Und hier wurde auch nicht korrekt abgeschrieben. Vielleicht sollte man, bevor man etwas tausendfach druckt, doch mal einen draufgucken lassen, der sich damit auskennt.
Sprechen lernen
Seit einiger Zeit nutze ich meine Zeit morgens und abends im Bus produktiv, um mein Französisch zu verbessern. Ich habe dort Frédéric kennengelernt, der sehr erfreut ist, dass ich sein Schuldeutsch (14 Jahre Unterricht!) verbessern kann und im Gegenzug hilft er mir. Sprachtandem nennt man das, glaube ich. Hauptsächlich lesen wir Texte laut vor, verbessern den anderen in der Aussprache und sprechen darüber.
Ich lese Asterix und manchmal eine Tageszeitung. Da der erste Asterix-Band nächste Woche zu Ende geht, haben wir am Freitag darüber diskutiert, was ich danach lesen könnte. Irgendwann sind wir dann auf Lucky Luke gekommen, worüber ich lachen musste, weil Frédéric es französisch ausgesprochen hat ("Lücki Lük"). Aber er hat mich dann auch gleich sehr ernst über meine Unwissenheit aufgeklärt und gesagt, dass es sich um einen frankophenen (ursprünglich belgischen) Comic handelt. Und tatsächlich war ich sehr erstaunt, dass diese Geschichten im Dunstkreis der Asterix-Autoren entstanden sind. Man lernt halt nie aus.
Ich lese Asterix und manchmal eine Tageszeitung. Da der erste Asterix-Band nächste Woche zu Ende geht, haben wir am Freitag darüber diskutiert, was ich danach lesen könnte. Irgendwann sind wir dann auf Lucky Luke gekommen, worüber ich lachen musste, weil Frédéric es französisch ausgesprochen hat ("Lücki Lük"). Aber er hat mich dann auch gleich sehr ernst über meine Unwissenheit aufgeklärt und gesagt, dass es sich um einen frankophenen (ursprünglich belgischen) Comic handelt. Und tatsächlich war ich sehr erstaunt, dass diese Geschichten im Dunstkreis der Asterix-Autoren entstanden sind. Man lernt halt nie aus.
Dienstag, 13. Dezember 2011
Deutsche Wertarbeit
Ein Auto, dass über 20 Jahre im Alltag durchhält, das kann nur ein deutsches sein.
P.S.: Nach diesem - inzwischen auslaufenden - Kennzeichensystem stehen die letzten beiden Ziffern für das Département, in diesem Fall Paris.
P.S.: Nach diesem - inzwischen auslaufenden - Kennzeichensystem stehen die letzten beiden Ziffern für das Département, in diesem Fall Paris.
Sonntag, 11. Dezember 2011
Tägliche Laster
Ich werde ja ganz häufig gefragt: Stimmt das eigentlich wirklich?! Trinken die Franzosen zum Mittag schon Wein? Auch am Alltag?!?
Die Antwort lautet: Ja. Aber nicht immer. Sogar eher selten. Zwar gibt es in unserer Kantine ein ganz ordentliches Weinregal, aber die Anzahl der Plops eines herausgezogenen Korkens, die man so hört, ist eher gering. Man gönnt sich ein Fläschchen eher zu einem besonderen Anlass, wurde mir erzählt. So einen Anlass habe ich noch nicht erlebt.
Eine Besonderheit, die ich noch erwähnen möchte, ist die Weinzapfanlage. Aus dieser kann man sich einen weißen oder roten Tischwein für 70 Cent den Viertelliter zapfen. Hab ich aber noch nicht gemacht. Hab auch noch keinen gesehen, der das gemacht hat. Insofern traue ich mich da auch nicht ran. Wer weiß wie lange das Zeug da schon steht.
Außerdem gelten die Franzosen ja traditionell als starke Vielraucher, was sie tatsächlich auch sind. Zumindest schließe ich das aus der doch recht hohen Raucherquote im Kollegenkreis. Allerdings kommen sie sehr zur Freude aller Nichtraucher viel besser mit den Rauchverboten zurecht, die hier auch überall herrschen. Ich habe noch keine Kneipe gesehen, in der geraucht wird. Alle gehen artig vor die Tür. Das gilt erst recht für alle öffentlichen Gebäude und Büros.
Die Antwort lautet: Ja. Aber nicht immer. Sogar eher selten. Zwar gibt es in unserer Kantine ein ganz ordentliches Weinregal, aber die Anzahl der Plops eines herausgezogenen Korkens, die man so hört, ist eher gering. Man gönnt sich ein Fläschchen eher zu einem besonderen Anlass, wurde mir erzählt. So einen Anlass habe ich noch nicht erlebt.
Eine Besonderheit, die ich noch erwähnen möchte, ist die Weinzapfanlage. Aus dieser kann man sich einen weißen oder roten Tischwein für 70 Cent den Viertelliter zapfen. Hab ich aber noch nicht gemacht. Hab auch noch keinen gesehen, der das gemacht hat. Insofern traue ich mich da auch nicht ran. Wer weiß wie lange das Zeug da schon steht.
Außerdem gelten die Franzosen ja traditionell als starke Vielraucher, was sie tatsächlich auch sind. Zumindest schließe ich das aus der doch recht hohen Raucherquote im Kollegenkreis. Allerdings kommen sie sehr zur Freude aller Nichtraucher viel besser mit den Rauchverboten zurecht, die hier auch überall herrschen. Ich habe noch keine Kneipe gesehen, in der geraucht wird. Alle gehen artig vor die Tür. Das gilt erst recht für alle öffentlichen Gebäude und Büros.
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Eiffelturm bei Nacht
Ich habe übrigens wunderschöne Fotos vom Eiffelturm bei Nacht gemacht. Mit all der glitzernden Lichtinstallationen. Die werde ich hier allerdings nicht zeigen, da eben diese Installationen unter dem Urheberschutz des entwerfenden Künstlers stehen und man tatsächlich eine Erlaubnis einholen muss, wenn man diese Fotos veröffentlichen will. Und man weiß ja nie.
Außerdem wurde Paris jetzt in der Adventszeit in eine "wunderschöne" Weihnachtsbeleuchtung getaucht. Dabei wurde allerdings meist amerikanischen Traditionen gefolgt. Vorherrschende Leuchtmittel sind weiße und blaue LED. Mein Geschmack ist es nicht, aber es scheint vielen zu gefallen. Es folgen als Bild zwei bekannte kommerzielle Beispiele.
Außerdem wurde Paris jetzt in der Adventszeit in eine "wunderschöne" Weihnachtsbeleuchtung getaucht. Dabei wurde allerdings meist amerikanischen Traditionen gefolgt. Vorherrschende Leuchtmittel sind weiße und blaue LED. Mein Geschmack ist es nicht, aber es scheint vielen zu gefallen. Es folgen als Bild zwei bekannte kommerzielle Beispiele.
Freitag, 2. Dezember 2011
Zugeparkt
Manchmal bin ich echt froh, nicht mit dem Auto in Paris unterwegs sein zu müssen.
P.S.: Das Schild und die Zeichen auf dem Boden bedeuten eigentlich, das sich hier ein Parkplatz für Zweiräder befindet.
P.S.: Das Schild und die Zeichen auf dem Boden bedeuten eigentlich, das sich hier ein Parkplatz für Zweiräder befindet.
Mittwoch, 30. November 2011
Statue de la Liberté - eine Exkursion
Die Freiheitsstatue, die heute auf Liberty Island vor New York steht, wurde, wie manche wissen, in Paris gebaut. 1885 wurde sie dann in Einzelteilen nach Amerika verschifft.
Heute gibt es in Paris noch 4 ähnliche Statuen, von denen zwei Nachbildungen und die anderen beiden kleinere Modelle sind, die als Vorbild für das Original gedient haben. Auf einem meiner Streifzüge mit Anne durch die Stadt haben wir mal versucht, von allen Fotos zu machen.
Die größte dieser Statuen steht auf einer Seine-Insel. Bei ihr handelt es sich um die Nachbildung, die das amerikanische Volk dem französischen aus Dankbarkeit zurückgeschickt hat.
Eine weitere Nachbildung befindet sich auf einem Restaurantschiff gleich gegenüber dem Eiffelturm.
Im Jardin du Luxembourg ist eines der Vorbilder öffentlich ausgestellt.
Das eigentliche Modell, das zum Modellieren der heute bekannten größten Statue benutzt wurde, ist im Musée des Arts et Metiers ausgestellt, das sich gleich in der Umgebung meiner Wohnung befindet. Aber da hab ich es noch nicht hinein geschafft.
Heute gibt es in Paris noch 4 ähnliche Statuen, von denen zwei Nachbildungen und die anderen beiden kleinere Modelle sind, die als Vorbild für das Original gedient haben. Auf einem meiner Streifzüge mit Anne durch die Stadt haben wir mal versucht, von allen Fotos zu machen.
Die größte dieser Statuen steht auf einer Seine-Insel. Bei ihr handelt es sich um die Nachbildung, die das amerikanische Volk dem französischen aus Dankbarkeit zurückgeschickt hat.
Eine weitere Nachbildung befindet sich auf einem Restaurantschiff gleich gegenüber dem Eiffelturm.
Im Jardin du Luxembourg ist eines der Vorbilder öffentlich ausgestellt.
Das eigentliche Modell, das zum Modellieren der heute bekannten größten Statue benutzt wurde, ist im Musée des Arts et Metiers ausgestellt, das sich gleich in der Umgebung meiner Wohnung befindet. Aber da hab ich es noch nicht hinein geschafft.
Dienstag, 29. November 2011
Froschschenkel
Es ist mal wieder die Gelegenheit gekommen, Klischees über Franzosen richtig zu stellen. Richtig ist zwar, dass sie öfter mal Schnecken essen, aber Froschschenkel stehen ganz ganz selten auf dem Speiseplan. Zumindest haben mir das letzte Woche die drei Franzosen versichert, mit denen ich zum Abendessen eben genau jene verspeiste. Zwei Drittel dieser Menge Franzosen gab an, gar noch nie Froschschenkel gegessen zu haben, während ein Drittel erst einmal in den Genuss kam. Für mich war es jedenfalls eine Premiere und ich habe bei der Zubereitung ein paar Fotos geschossen.
In dieser Form gibt es sie frisch zu kaufen und nachdem man Krallen und Wirbelsäule abgeschnitten hat, kann man sie dünsten und mit Püree servieren. Dazu beispielsweise ein Riesling. Der Geschmack geht in Richtung Hühnchen mit einem Beigeschmack Dorsch. Man hat sehr viel zu Nagen und zu Pulen. Für all jene, die gerade keinen Froschhändler in der Nähe haben, sei gesagt, dass eingefrorene Exemplare nicht sehr gut schmecken. Von denen haben wir auch ein paar probiert.
In dieser Form gibt es sie frisch zu kaufen und nachdem man Krallen und Wirbelsäule abgeschnitten hat, kann man sie dünsten und mit Püree servieren. Dazu beispielsweise ein Riesling. Der Geschmack geht in Richtung Hühnchen mit einem Beigeschmack Dorsch. Man hat sehr viel zu Nagen und zu Pulen. Für all jene, die gerade keinen Froschhändler in der Nähe haben, sei gesagt, dass eingefrorene Exemplare nicht sehr gut schmecken. Von denen haben wir auch ein paar probiert.
Umgebung
Ich bin heute Schalotten und Ingwer bei meinem Lieblingsgemüsehändler einkaufen gewesen. Dieser befindet sich gleich um die Ecke nahe der Porte Saint-Denis, die übrigens Vorbild für den Arc de Triomphe de l'Etoile war. Dieses Tor wollte ich schon immer mal gerne fotografieren und da dort gerade lustige Tierhälften abgeladen wurden, bot sich eine günstige Gelegenheit.
Samstag, 22. Oktober 2011
Wetter
Im Sommer hatte ich berichtet, dass es hier sehr heiß werden kann. In den letzten Tagen musste ich leider feststellen, dass es auch sehr kalt wird. Und die besonderen Umstände verursachen, dass ich diese Kälte auch voll zu spüren bekomme. Ich hatte - glaube ich - schon erwähnt, dass hier im Sommer die lokale Zeit Zwei Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit hinterher hinkt, also Mittag erst gegen 14 Uhr ist. Das heißt aber auch, dass die Sonne zwei Stunden später aufgeht. Als Folge haben wir hier ein Temperaturminimum zwischen 8 und 9 Uhr morgens, das kann man sich hier angucken. Das ist also genau in der Zeit, in der ich auf meinen Bus warten muss und später auch zu meinem Büro gehe. Echt schrecklich! Und gestern hatten wir hier den ersten Frost.
Glücklicherweise aber heizt es sich für gewöhnlich im Tagesverlauf stark auf. Deswegen war es gestern um die Mittagszeit etwa 15 Grad warm und ich konnte mit zwei Kollegen in der Mittagspause eine gemütliche Laufrunde genießen.
Glücklicherweise aber heizt es sich für gewöhnlich im Tagesverlauf stark auf. Deswegen war es gestern um die Mittagszeit etwa 15 Grad warm und ich konnte mit zwei Kollegen in der Mittagspause eine gemütliche Laufrunde genießen.
Kantine
Vorgestern war in unserer Kantine Tag der Normandie. Das war schon der zweite Spezialitätentag, den ich dort erlebt habe. Der erste war irgendwann im Sommer und hatte Spanien als Thema. Aber nun war die nordfranzösische Provinz dran. Es gab viele spezielle Besonderheiten, die mir alle nichts sagten, aber das gesamte Küchenpersonal war sichtlich stolz und freudig erregt bei der Essensausgabe. Außerdem war die Essensausgabe hübsch dekoriert und auch die Leute hatten sich entsprechend der Region maritim kostümiert. Ich hatte Porreegemüse und speziell bereitete Kartoffeln (der Koch hat versucht es mir zu erklären, aber ich hab leider nicht viel verstanden; es war so Richtung Kartoffelgratin, aber nicht gratiniert), dazu ein sehr delikates Stück Ente. Zu allem gab es zur Feier des Tages ein Glas Cidre aufs Haus. Lecker! Ich freue mich schon auf das nächste Mal.
Dienstag, 11. Oktober 2011
Generalstreik! Und ich mit dabei!
Jedenfalls fast.
Heute kam es zu landesweiten Protesten und Kundgebungen der Gewerkschaften gegen die Sparpläne der Regierung Frankreichs. Soweit, so gut, nichts neues und auch der Verkehr wurde nicht weiter lahm gelegt.
Allerdings wurde mir angeboten, dass ich mich doch beteiligen könne. Das fand ich schon merkwürdig, da alle arbeiteten und ich niemanden protestieren sah. Richtig lustig wurde es, als mir erklärt wurde, wie der "Streik" funktioniert. Man lässt einfach seinen Namen auf eine Liste setzen und man kann ankreuzen, ob man 59 Minuten, 2 oder 4 Stunden streiken will. Der Lohn wird dann entsprechend angepasst. Danach geht man gemütlich weiterarbeiten. Der Zweck ist, wie mir erklärt wurde, dass in der offiziellen Statistik nun ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung die Arbeit niedergelegt hat und die Regierung damit unter Druck gesetzt werden kann. Da stehen die vielen Streiks im linksrheinischen Nachbarland der Deutschen doch plötzlich in einem ganz anderen Licht da.
Ich habe Mühe gehabt mich nicht allzusehr zu belustigen und mich darauf berufen, Ausländer zu sein, damit ich die Sache ignorieren kann. Jedenfalls für die offizielle Statistik.
Heute kam es zu landesweiten Protesten und Kundgebungen der Gewerkschaften gegen die Sparpläne der Regierung Frankreichs. Soweit, so gut, nichts neues und auch der Verkehr wurde nicht weiter lahm gelegt.
Allerdings wurde mir angeboten, dass ich mich doch beteiligen könne. Das fand ich schon merkwürdig, da alle arbeiteten und ich niemanden protestieren sah. Richtig lustig wurde es, als mir erklärt wurde, wie der "Streik" funktioniert. Man lässt einfach seinen Namen auf eine Liste setzen und man kann ankreuzen, ob man 59 Minuten, 2 oder 4 Stunden streiken will. Der Lohn wird dann entsprechend angepasst. Danach geht man gemütlich weiterarbeiten. Der Zweck ist, wie mir erklärt wurde, dass in der offiziellen Statistik nun ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung die Arbeit niedergelegt hat und die Regierung damit unter Druck gesetzt werden kann. Da stehen die vielen Streiks im linksrheinischen Nachbarland der Deutschen doch plötzlich in einem ganz anderen Licht da.
Ich habe Mühe gehabt mich nicht allzusehr zu belustigen und mich darauf berufen, Ausländer zu sein, damit ich die Sache ignorieren kann. Jedenfalls für die offizielle Statistik.
Donnerstag, 6. Oktober 2011
Street Art
Durch die deutsche Presse und einige Hinweise von dort bin ich auf den Post-it-Krieg aufmerksam geworden. Wo genau es angefangen hat, weiß keiner mehr so genau, aber bekannt ist es geworden durch ein Duell zwischen Ubisoft und BNP Paribas, deren Mitarbeiter begannen, ihre Wolkenkratzer in La Défense zu verschönern. Die entsprechenden Geschäftsviertel liegen ziemlich weit außerhalb und ich habe von dem Zirkus leider noch nichts gesehen. Aber der Trend breitet sich aus und auch in Deutschland soll es schon Scharmützel geben. Hier haben auch die Einzelhändler die Zeichen der Zeit erkannt und damit begonnen ihre Schaufenster entsprechend zu schmücken.
Es ist also im Mainstream angekommen. Was weniger bekannt ist, aber auch sehr schön, ist, was der Künstler Invader macht. Hier ein Beispiel:
An vielen Häuserecken findet man mehr oder weniger große Mosaiken mit Pixel-Figuren aus dem Spiel Space Invader. Die nehmen praktisch die Stadt ein. Auch andere Städte werden inzwischen eingenommen, aber Paris ist die "most invaded city".
Donnerstag, 22. September 2011
Flyer
Nach langer Abstinenz melde ich mich zurück, Ägypten war schön, der Workshop in Rostock auch. Es gibt wieder etwas aus Paris zu berichten.
Hier leben die Menschen auf engstem Raum zusammen, was zur Folge hat, dass es von allem sehr viel auf einmal gibt. So auch Werbeflyer. In einem Briefkasten sammeln sich in einer ungünstigen Woche so gefühlte 3 kg an bunt bedrucktem Werbematerial an. Auf der Straße bekommt man die gleiche Menge noch einmal in die Hand gedrückt, wenn man nicht aufpasst und ich mag mir gar nicht ausmalen, wieviel man als Autobesitzer im Laufe des Tages von seinem Gefährt entfernen muss, wenn man es in der Innenstadt parkt.
So nervig das für uns als Werbungsziel sein mag, umso frustrierender muss es doch für die Werbenden sein, da die einzelne Werbebotschaft kaum eine Chance auf Gehör findet. Also müssen sie sich immer wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Und mit so einem Einfall wurde ich heute morgen ein wenig beeindruckt.
Bei der RER-Station Denfert Rochereau parken morgens, wenn mein Bus daran vorbeifährt, ein paar hundert Autos, die nach der Nacht auf ihre Besitzer warten. Und an eben jene Autos hatte jemand lauter Luftballons jeweils an die Fahrerseite mit einem Sticker ans Fenster geklebt. Sie waren mit Helium gefüllt und schwebten somit über der Szenerie. Das war ein lustiger Anblick, weil es wirklich sehr viele waren - auch für Paris etwas besonderes. Ich nehme stark an, dass diese Werbebotschaft ankam. Jedenfalls sah ich noch abends Leute mit einem solchen Ballon an der Hand herumlaufen. Ich hatte leider weder eine Kamera mit, noch habe ich einen von den Ballons abbekommen.
Hier leben die Menschen auf engstem Raum zusammen, was zur Folge hat, dass es von allem sehr viel auf einmal gibt. So auch Werbeflyer. In einem Briefkasten sammeln sich in einer ungünstigen Woche so gefühlte 3 kg an bunt bedrucktem Werbematerial an. Auf der Straße bekommt man die gleiche Menge noch einmal in die Hand gedrückt, wenn man nicht aufpasst und ich mag mir gar nicht ausmalen, wieviel man als Autobesitzer im Laufe des Tages von seinem Gefährt entfernen muss, wenn man es in der Innenstadt parkt.
So nervig das für uns als Werbungsziel sein mag, umso frustrierender muss es doch für die Werbenden sein, da die einzelne Werbebotschaft kaum eine Chance auf Gehör findet. Also müssen sie sich immer wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Und mit so einem Einfall wurde ich heute morgen ein wenig beeindruckt.
Bei der RER-Station Denfert Rochereau parken morgens, wenn mein Bus daran vorbeifährt, ein paar hundert Autos, die nach der Nacht auf ihre Besitzer warten. Und an eben jene Autos hatte jemand lauter Luftballons jeweils an die Fahrerseite mit einem Sticker ans Fenster geklebt. Sie waren mit Helium gefüllt und schwebten somit über der Szenerie. Das war ein lustiger Anblick, weil es wirklich sehr viele waren - auch für Paris etwas besonderes. Ich nehme stark an, dass diese Werbebotschaft ankam. Jedenfalls sah ich noch abends Leute mit einem solchen Ballon an der Hand herumlaufen. Ich hatte leider weder eine Kamera mit, noch habe ich einen von den Ballons abbekommen.
Mittwoch, 27. Juli 2011
Sandhaufen
Es wurde mir lange angekündigt und nun ist es soweit. Sie haben die Straße auf dem Seine-Ufer gesperrt (also nicht nur sonntags, sondern die ganze Zeit) und dort Sand hingekippt. Mir wurde erklärt, dass es sich dabei um einen Strand handeln soll. Aha. Es wurden auch Liegen und Sonnenschirme aufgestellt, die man beim derzeitigen Wetter aber kaum gebrauchen könnte. Selbst wenn das Wetter besser wäre würde dieses Schauspiel für mich kaum eine große Verlockung darstellen. Ich freue mich schon auf meine Woche an der Ostsee im August.
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